Hierzu sei auch Jazemanns Unfall genannt. Ein Beispiel dafür, dass sämtliche Vorbereitungen seitens des Teams und des Fahrers, innerhalb weniger Minuten - oder gar Sekunden - mit einem Schlag, kann man auch wortwörtlich so nehmen, zunichte gemacht sind. Wortwörtlich "mit einem Schlag", da durch einen Schlag verursacht; "zunichte gemacht", weil die aus dem Schlag resultierenden Schäden, in diesem Fall ein fast neues Fahrzeug und das Ende diesen Laufs bedeuteten.
Damit stecken wir nun mittendrin in der Berichterstattung über das Geschehen, das sich am Rennwochenende in Zandvoort (NL) am 14. Juni zugetragen hat und zu Jazemans frühzeitigem Aus führte.
Es geschah schon in der zweiten Runde; Jazeman lag auf Position 4, als zwei seiner Kontrahenten, Frijns und te Brack, im Kampf um die Plätze aneinander gerieten. Einer von ihnen wurde bei dem Fight angehoben und flog letztendlich Jazeman ins Auto. Jafaar wurde seitlich derart getroffen, dass er durch diesen Schlag ins Kiesbett geschoben wurde.
Schon allein die Station "Kiesbett" ist für alle Rennbeteiligte schmerzhaft, denn ab hier, sollte es den Fahrer überhaupt freigeben wollen, fährt ein "Steinesammler" auf dem Asphalt. Es lässt sich nicht wirklich beschreiben, wo die kleinen Kiesel überall zu finden sind und für den weiteren Verlauf sind sie alles andere als nützlich.
Jedenfalls war das Kiesbett für Jazeman die Endstation für diesen Lauf. Durch die Kollision und durch den Schlag, wurde das Monocoque dermaßen beschädigt, dass ans Weiterfahren nicht mehr zu denken war.
Folglich bedeutete dies für das Team eine Menge Arbeit. Warum? Weil ein solch zerstörtes Monocoque, das Herzstück eines Rennboliden, schon aus Sicherheitsgründen nicht mehr zu reparieren ist, wenngleich alles andere noch funktionstauglich ist. Ein neues Monocoque musste her und sämtliche Technik daran neu montiert werden. Das heißt, komplettes Strippen war angesagt. Um nur einiges zu nennen: alle Kabel mussten entfernt und kontrolliert werden, so auch die Radaufhängungen und eben alles, was noch so an technischem Material an dem Fahrzeug angebunden ist. Was übrig bleibt, ist das beschädigte Monocoque. Hier zeigt sich, wie sicher der Formel BMW FB02 ist und z. B. einen Aufprall eines anderen Fahrzeugs aushält. Das Monocoque war zwar beschädigt, so blieb aber die Fahrerzelle, in der der Fahrer sitzt, unberührt.
Das Team um Eifelland-Racing hatte an diesem Sonntag und den folgenden zwei Tagen ordentlich zu tun gehabt. Der Umbau, der üblicherweise vier bis fünf Tage dauert, musste innerhalb von zwei Tagen erledigt sein.
Viel Zeit blieb dem Team nicht, da es nach Zandvoort anschließend nach Silverstone zu reisen galt. Also haben bis zu vier Mann an Jafaars Boliden Hand angelegt, damit es am Mittwochmorgen direkt weiter nach England gehen konnte. Die farbliche Gestaltung des neuen Monocoque blieb außen vor. Die Lackierungsarbeiten waren zeitlich nicht mehr zu schaffen, aber viel wichtiger war es, dass Jazeman sich wieder in ein Top-Fahrzeug setzen kann, um in Silverstone seine Rennen bestreiten zu können.
06-08-2009
Hinter den Kulissen:
Perfektion nicht nur bei den Rennen (Bericht 1)
Arbeiten in der eifler Werkstatt (Bericht 2)



